Wir waren endlich mal richtig schwimmen! Komplett nass und ohne Boden unter den Füßen. Naja, zumindest ich war schwimmen. Alle anderen Strandgänger sind hier nicht ganz so begeistert wie ich und bevorzugen es, entweder nur am Strand zu liegen oder sie gehen ca. 20 m ins Wasser und strunzen ein wenig uferparallel hin und her.
Ich dagegen schwimme sogar bei Sturm und surftechnisch perfektem Wellengang bis zur Boje. Allerdings hätte ich das nicht gemacht, wenn mir an jenem Tag schon jemand gesagt hätte, dass die rote Fahne Sturmwarnung und Gefahr bedeutet und dass die permanenten „Achtung, Achtung!“-Lautsprecheransagen auf etwas anderes als das schlechte Eis an der Uferpromenade hinweisen.
So allerdings wurde sowohl mein Wasser- als auch Salzbedarf für den Tag gedeckt (wie gesagt, es wahr sehr wellig, atmen ist gefährlich) und ich muss zugeben, dass sämtliche deutsche Gewässer nur fader Haferschleim sind, verglichen mit dem Mittelmeer und dessen Salzgehalt.
Letzen Donnerstag haben wir uns eine spanische SIM-Karte samt Handy zugelegt. Wir waren zuerst in einem Mobilfunkladen namens Orange. Dort machten uns Jorge (der eher wie ein Jörg aussah) und Elvira (die herrlich aufgespritzte Lippen hatte) ein Angebot.
Nachdem wir – meine litauischen Mitbewohnerinnen Gabriele & Jovita und ich – uns beraten hatten und alle anderen Telekommunikationsläden (praktischerweise sind hier eh immer alle Anbieter gleich nebeneinander angeordnet) zum Vergleich abgeklappert hatten ohne etwas besseres zu finden, nahmen wir das Angebot an. Jetzt haben wir alle das gleiche orange Handy.
Unsere russische beste Freundin ist ausgezogen. Hat uns aber alle ihre Intimspülungen und Müllsäcke dagelassen. Sie wird uns fehlen. Nicht.
Dafür haben wir jetzt einen 24-jährigen Italiener, der bisher immer nur bei seiner Mamma gelebt hat. Dementsprechend ist er zwar ein sehr lieber Kerl, der sogar schon versucht hat für uns Spaghetti Carbonara zu kochen, aber er hat’s nicht so sehr mit Ordnung und Sauberkeit. Unsere Küche ist voll mit (italienischem, nicht dem „schlechten spanischen“) Kaffeesatz, Nudelresten und – Milch.
Die spanischen Drehverschlüsse sind nämlich trickreich; man denkt, sie sind komplett geschlossen, aber sind sie gar nicht. Und da die Seitenfachkapazität des Kühlschrankes beschränkt ist, erfordert dies manchmal, Getränke – z.B. Milch – auch horizontal zu lagern. Menschen mit bildhaftem Vorstellungsvermögen wissen nun, was dem Weißbrot, dem Käse und dem Obst passiert, welches sich in dem (meinem) Fach darunter befindet. Und verschüttete Milch riecht nach vier Tagen nicht so angenehm neutral wie Wasser.
Ernesto for Küchendienst!
oder
“Die Mamma vom Ernesto möchte den Ernesto bitte aus dem Kinderparadies abholen. Die Mamma vom Ernesto bitte.”
Kennt er diesen Blog?
(Und verflucht, mich kennt er auch.)
[...] intimspülung – häufigster Treffer gleich nach warmer Wein, hmm… Synonymsuche? Gefunden hier. [...]